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Von der Entdeckung

älterer Mitarbeitender

Ein Debattenbuch von Franz Ebner

Leserstimmen

 

Autor und Verlag freuen sich über Ihre Meinung zum Buch oder zum Thema «Altern im Arbeitsmarkt» generell. Senden Sie Ihre Meinung direkt dem Autor unter ebner@publications.ch

 

 

«Und wie alt sind Sie?»

Mit diesem sorgfältig recherchierten Buch wird ein wichtiges Thema aufgegriffen. Es geht darum, die Beschäftigung und die Wertschöpfung in Gang zu halten und dabei einiges zu hinterfragen. Wir sonnen uns an den diversen internationalen Rankings, die der Schweizer Wirtschaft erstklassige Noten zuerkennen, lehnen es aber hartnäckig ab, auf Mega-Herausforderungen  – wie die Veränderungen im Aufbau unserer Gesellschaft und die damit zusammenhängenden Anforderungen an unseren Arbeits- und Sozialstaat – einzugehen.

 

Gefragt ist u.a. ein Umdenken auf der persönlichen Ebene und dabei den Fokus auf das Potenzial zu legen statt auf den Mangel. Würden ältere Arbeitnehmende mit einem gesunden Selbstbewusstsein ihre Qualifikationen sehen, d.h. all ihre Lebens- und Berufserfahrungen, und mit dieser Haltung im Arbeitsmarkt auch so auftreten («Ich bin 50» anstelle von «ich bin halt schon 50»), wäre viel gewonnen. Als Mitwirkende am Aufbau der RAV ab 1996 und als Beraterin von Stellensuchenden von 1996–2007 habe ich das Buch mit grossem Interesse gelesen und mir gewünscht, es hätte während meiner Tätigkeit schon ein so umfassendes Dokument gegeben.

 

Beatrice Wäger Hayoz, ehem. RAV-Beraterin

 

 

 

 

«Im Fokus: ältere Mitarbeitende»

Die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt werden von der Wissenschaft thematisiert und von den Medien kritisch beobachtet. Der Autor beschäftigt sich mit der Frage, warum trotz dieser Diskussion und zwei staatlichen Reformprojekten – die Altersvorsorge 2020 und die Fachkräfteinitiative -  konkretes Handeln in breiteren Unternehmerkreisen mit Blick auf die ältere Erwerbsgeneration wenig spürbar ist. Das Buch liefert eine Gesamtschau zentraler Aspekte des demografischen Wandels und gibt eine informative Einschätzung wichtiger demografiebezogener Faktoren, kombiniert mit Gegebenheiten des betrieblichen Alltags.

 

Persorama, Magazin der Schweizerischen Gesellschaft für Human Resources Management, 3/2015

 

 

 

 

«Ältere Mitarbeiter entdecken – ohne ihr Alter wahrzunehmen»

Ein spezieller Arbeitsmarkt für «ältere Mitarbeiter» existiert nicht. Einen solchen zu schaffen, wäre von vornherein sinnlos und würde der Gruppe von Menschen ab einem bestimmten Alter nichts helfen, sie höchstens stigmatisieren. Im Arbeitsmarkt gibt es nur die Kategorie «Elite» und keine Senioren- oder Junioren-Abteilung – auch keine «geschützte Werkstatt». Dies bedeutet, dass stellensuchende Personen im späteren Erwerbsalter nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern ebenso ihre eigenen Fähigkeiten gut kennen müssen, um «entdeckt» zu werden. Damit ein Arbeitgeber bei einer Stellenrekrutierung auf die persönlichen und spezifischen Fähigkeiten einer erfahrenen Persönlichkeit aufmerksam wird, braucht es gute Kenntnisse betreffend Anforderung der Arbeitgeber und deren Rekrutierungsverhalten, eine  gute Selbstanalyse, gutes Selbstmarketing und manchmal auch das nötige Glück.

 

Das Buch von Franz Ebner zeigt wichtige Zusammenhänge in diesem Umfeld sehr gut auf - besonders hinsichtlich Weiterbildungsfragen. Vor allem erliegt der Autor nicht der Gefahr, dass das Buch oder das Thema stigmatisierend wirkt. Es ist gut und notwendig, die Fähigkeiten von älteren Mitarbeitenden immer wieder neu zu entdecken - ohne aber dauernd auf ihrem Alter herumzureiten. Vielen Dank für diese fundierte Publikation.

 

Martin Brügger, Grossrat Kanton Aargau

Leiter Koordination Bereich Arbeitsmarkt

Amt für Wirtschaft und Arbeit, Kanton Zürich

 

 

 

 

«Auf ältere Mitarbeitende zurückzugreifen, wäre ein Gebot der Vernunft»

Tatsächlich, der Autor zeigt unwiderleglich und mit grosser Sorgfalt auf, dass es angesichts eines bereits eingetretenen Fachkräftemangels und der sich abzeichnenden Not unserer Sozialwerke ein Gebot der Vernunft wäre, auf die Ressourcen von älteren Mitarbeiteneden zurückzugreifen.

 

Zu befürchten steht, dass Lippenbekenntnisse und – da es sich ja um ein Gebot des gesunden Menschenverstandes handelt – zustimmende Statements wohlfeil sind. In der eigenen unternehmerischen oder parlamentarischen Umsetzung manifestiert sich wenig bis kein Veränderungswille. Besonders dann, wenn über allem und wie immer, wie etwa bei der Integration von Behinderten in den ersten Arbeitsmarkt, das urschweizerische Gebot der hehren Freiwilligkeit steht!

 

Solange Pensionskassen in eigener Regie den Umwandlungssatz herunterschrauben können; Unternehmen ihre Fachkräfte unentwegt im Ausland finden; die meisten Arbeitnehmenden sich eine Frühpensionierung leisten können; Stellenausschreibungen, die nicht eine hochspezialisierte Tätigkeit zur Disposition stellen, noch immer Dutzende, wenn nicht Hunderte von Bewerbungen einbringen, solange wird sich die Situation wohl kaum signifikant verändern.

 

Vielleicht erklärt sich die Vernunftwidrigkeit, wenn man den Blick auf die Arbeitswelt selbst wendet. Gilt nicht hier nicht das Credo der Produktivitätssteigerung um jeden Preis? Auch dieses scheint ja die Vernunft allen Wirtschaftens zu gebieten. Wer nicht jährlich besser wird, kann aufhören. Das ist es, was die Arbeitnehmenden, vom einfachen Angestellten bis zum Manager, am eigenen Leib erleben. Wenn, wie auf S. 50f ausgeführt, «Freude an der Arbeit» ein Hauptanreiz ist (sein sollte) für einen längeren Verbleib in der Erwerbswelt, dann passt es eben, dass jeder, der es sich leisten kann, so früh wie möglich aussteigt aus einer krankmachenden Arbeitswelt des Stresses und des Erfolgsdrucks.

 

Produktivitätssteigerung und shareholdervalue stehen den Bemühungen um einen längeren Verbleib im Unternehmen diametral gegenüber. Wenn Weiterbildung allzu oft nur zur Implementierung von immer neuer Rationalisierung und neuen Technologien angeboten wird, dann schmeckt sie nicht mehr.

 

Wie also wird «Freude an der Arbeit» gefördert? Eine Fragestellung, die sich aus der Lektüre der vorliegenden Analyse ergibt. Die Komplexität der Problematik wird dadurch um ein Vielfaches vergrössert.

 

Christoph Scherrer, Sozialarbeiter FH und tätig im Bereich der Eingliederung von körperlich Behinderten

 

 

 

 

«Lesen Sie dieses Buch der Erkenntnis
und handeln Sie danach!»

Dass der Mensch sehr oft der Vernunft abhold ist, wissen nicht nur Ärzte und Philosophen. Dass der Mensch Gebote und Appelle sehr häufig nicht befolgt, selbst wenn sie nützlich und weise scheinen, ist nicht nur alltägliche Erfahrung von Eltern, Pfarrern und Richtern. Wer uns von der Gewohnheit abweichende Verhaltensmuster predigt, wird es immer schwer haben. Denn: Nur wenige Menschen folgen dem Wort allein. Menschen sind aber bereit, es anderen Menschen, die Gutes und Nützliches vorleben, gleich zu tun. Dass sich der Umgang mit älteren Menschen in der Berufswelt dramatisch ändern muss, gebietet uns die Vernunft. Wenn viel zu wenig bzw. fast gar nichts in diese Richtung geschieht, dann nicht mangels Erkenntnis. Doch das allzu menschliche Trägheitsmoment hindert uns, der Erkenntnis in Taten folgen zu lassen. Der Leidensdruck ist einfach nicht genügend gross; die Missachtung des Potentials älterer Arbeits- und Fachkräfte bereitet aktuell sehr vielen kaum oder keine Schmerzen. Die Prognose der weiteren Entwicklung scheint mir dennoch einfach. Spätestens wenn es richtig weh tun wird, wird sich in der Arbeitswelt vieles ändern. Es wird aber vermutlich Unternehmen und Organisationen geben, die der Vernunft folgend schon vor dem Erreichen des Schmerzpegels agieren und auf ältere Mitarbeitenden setzen werden. Sollten die Erfahrungen dieser Vorreiter positiv sein und sich als Erfolgsgeschichten verbreiten, darf mit einer Ansteckung anderer gerechnet werden. Wenn der Funke einmal gezündet sein wird, wird sich der Einsatz älterer Mitarbeitender wie ein Lauffeuer verbreiten und zum Normalfall entwickeln. Die Vorreiter dürften im Wettbewerb um die dann geschätzten Älteren Vorteile haben. Ich rate Arbeitgebern darum, so rasch als möglich auch auf ältere Mitarbeitende zu setzen. Ich weiss, das ist ein Appell.

 

Dr. Peter Petrin, Direktor Schweizerisches Instititut für Betriebsökonomie

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